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Kinderfreunde OÖ zu Welser Wertekodex

Linz, 11.3.2016. „Kulturkampf hat im Kindergarten nichts verloren“. Irritiert zeigen sich die Kinderfreunde OÖ vom Wertekodex-Entwurf für Welser Kinderbetreuungseinrichtungen.

„Hier wird eine Welthaltung und ein Bild von pädagogischem Handeln vermittelt, das veraltet ist und mit den Erkenntnissen der modernen Pädagogik nichts zu tun hat.“, so Roland Schwandner, Vorsitzender der oö. Kinderfreunde. Wie ein roter Faden ziehe sich durch das Papier, dass aus einem anderen Kulturkreis zu stammen  quasi ein Mangel sei. Die Kinderfreunde hoffen – so der Welser Bürgermeister auf diesem Wertekodex besteht – auf eine grundlegende Überarbeitung durch die verantwortlichen PädagogInnen.

Besonders die implizite Ablehnung der Erstsprache negiere aktuelle Erkenntnisse aus der Elementarpädagogik. Aber auch Sätze wie dieser  „Die Kinder nehmen die Kindergartenpädagoginnen als Autoritätspersonen wahr und befolgen deren Regeln, Pflichten und Vorgaben.“, zeige – so Schwandner – dass man sich nicht an zeitgemäßer Pädagogik orientiert habe. Schließlich sei man hier schon lange übereingekommen, dass nur das gemeinsame Verstehen und Erarbeiten der Regeln kindgerecht, zielführend und sinnvoll sei.

Befremdet zeigen sich die Kinderfreunde OÖ auch über das Aufzwingen der christlichen Feste. Das widerspreche einem anderen Ziel aus dem genannten Wertekodex, nämlich dass „Kulturelle Bildung einen hohen Stellenwert“ hat. Nimmt man diesen Bildungsauftrag ernst, „informiert man die Kinder über viele verschiedene kulturelle Formen und Ausprägungen und definiert nicht eine Kultur als die einzig wahre“, sind die Kinderfreunde OÖ überzeugt. Viele weitere Punkte sind aus Sicht des Kinderfreunde-Vorsitzenden zu diskutieren. Besonders befremdet zeigt er sich abschließend davon, dass  ständig von „Menschen und Kindern“gesprochen werde. „Was sind Kinder denn sonst, als Menschen?“

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