Buchstabenspiele

Buchstabenspiele

Heute haben wir uns etwas für jene Kinder ausgedacht, die gerade in der ersten Klasse die Buchstaben lernen und damit viele Worte & Sätze formen & lesen sollen. (Einige der Spiele können auch mit Vorschüler*innen gespielt werden, um mit den Buchstaben vertraut zu werden.)

Der Mensch lernt durch das wiederholte Tun. Aber das alleine reicht nicht: wir wissen aus der Hirnforschung, dass sich neue Neuronenverbindungen dann besonders gut und nachhaltig aufbauen, wenn

  • möglichst viele Sinne bzw. der ganze Körper dabei ist und
  • wir etwas mit Spaß & Leidenschaft tun, also wenn wir emotional angesprochen werden,
  • es um etwas geht, das wir mit unseren individuellen Lebenserfahrungen verknüpfen können.

Eigentlich super, dass unser Gehirn am besten lernt, wenn wir gar nicht mitkriegen, dass wir gerade etwas lernen. Mit diesem Wissen können wir für unsere Leseanfänger*innen etwas mehr Spaß in den oft mühsamen Lern- und Übungsprozess bringen.

mit allen Sinnen lernen – schreiben einmal anders

Wir lernen besonders gut, wenn wir den ganzen Körper und alle Sinne verwenden. Also müssen wir die Buchstaben auch wegbringen von den flachen Papieren und hinein ins Leben. Euch fallen sicher noch viele andere Spiele wie unsere Beispiele ein, wie ihr ein bisschen Bewegung ins Lesen und Schreiben bringt.

Streuselmalen

Befülle ein flaches Gefäß mit bunten Streuseln oder Reis. Zeige dem Kind eine vorher vorbereitete Karte mit einem Buchstaben, den es nun mit einem großen Pinsel/ chinesischen Essstäbchen/ Finger in die Streusel abmalen soll. Dann werden sie Streusel wieder gleichmäßig verteilt und es kommt der nächste Buchstabe dran.

Klopapierrollenlabyrinth

Bastle aus einem Kartondeckel und ein paar Klopapierrollen einen Parcours bzw. ein Labyrinth. Du kannst die Klopapierrollen dritteln oder die Hälfte verwenden, auf den Spielplan kleben und die Buchstaben draufschreiben, mit denen ihr gerade Worte übt. Wenn du das Spiel immer wieder spielen willst, kannst du kleine Folien zurechtschneiden, auf die Klopapierrollen kleben und sie mit einem Whiteboard-Marker immer wieder neu beschriften und wieder löschen. Nun bekommt dein Kind von dir ein Wort auf einer Karte (oder vielleicht nur ein Bild?) und muss einen kleinen Ball in der richtigen Reihenfolge durch die richtigen Röhrchen manövrieren, um das Wort zu schreiben.

Buchstabenhüpfen

Klebe große Buchstaben auf den Boden.

  • Zerschneide dazu zB. eine durchsichtige oder bunte Klarsichtfolie/Aktenhülle, sodass du 4 Felder in der Größe A5 herausbekommst und beschrifte sie mit einem Permanentmarker. Die Felder kannst du nun mit Kreppband auf den Boden kleben und immer wieder verwenden.
  • Weniger Aufwand aber auch weniger nachhaltig wäre es, die Buchstaben gleich mit Kreppband auf den Boden zu kleben.

Ordne die Buchstaben dabei willkürlich im Raum an, zB. ganz durcheinander oder in der Reihenfolge des Alphabets oder wie auf der Computertastatur, …
Ziehe nun vorbereitete Worte aus einem Hut, die dein Kind Buchstabe für Buchstabe abhüpfen muss. Macht euch die Regeln dafür aus, zB. abwechselnd mit einem und dann dem anderen Bein, immer mit demselben Bein, Doppelbuchstaben mit beiden Beinen gleichzeitig (achte dabei darauf, dass es diese Buchstaben auch doppelt und in Fußspreizreichweite gibt), usw.
Ihr könnt euch auch Bewegungs-Assoziationen für bestimmte Kategorien oder Wortgruppen ausdenken, zB. bei allen Spielzeugen muss man besonders hoch hüpfen und bei Lebensmitteln wie ein Frosch; bei Verben soll man nicht den Fuß, sondern die Hand drauftun, …
Für Anfänger*innen kannst du die Worte aufschreiben, die dann „nachgehüpft“ werden müssen. Kann dein Kind schon besser buchstabieren, könnt ihr kleine Bilder vorbereiten, die das Kind erkennen und hüpfen muss. Arbeitet ihr gerade an Groß- und Kleinbuchstaben, dann bereitet diese auch auf dem Boden vor und achtet beim Hüpfen darauf. Geht es um’s Zuordnen der Kleinbuchstaben zu Großbuchstaben, könnt ihr im Hut nur Wörter in Kleinbuchstaben haben, die dann auf dem Boden in Großbuchstaben gehüpft werden müssen.
So kannst du das Spiel immer an die aktuelle Herausforderung anpassen.

Zusammen mit kleineren Geschwistern spielen

Die meisten Spiele kann man so anpassen, dass sie mehrere Ebenen haben – damit auch kleine Geschwister mitspielen können, die noch nicht lesen und schreiben lernen müssen. Entweder der große Bruder oder die große Schwester zeigt immer, welche Kärtchen/Felder gerade dran sind und der*die Kleinere muss ausführen. Oder ihr baut Farben oder Formen neben den Buchstaben/Worten ein, die (zu)geordnet werden sollen. Manchmal ist es für die Kleineren vielleicht auch einfach nur lustig, mitzuhüpfen oder etwas in die Streusel zu malen ohne konkrete Vorgabe. Probier einfach aus, was deinen Kindern Spaß macht.

Hat euch das gefallen? Mehr Spiele mit Buchstaben findet ihr hier!

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