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Kinderfreunde kritisieren Einführung der verpflichtenden Wintersportwoche

Schwerpunkt auf andere Maßnahmen legen

Die türkis/grüne Bundesregierung will für die Primärstufe wieder verpflichtende Wintersportwochen einführen – mit dem Ziel, Kinder zu mehr Bewegung zu bringen und die österreichische Trendsportart Skifahren wieder populär zu machen. Kinder zu sportlichen Aktivitäten zu motivieren ist begrüßenswert, doch muss es wirklich eine Sportart sein, die gleichzeitig mit einem enormen finanziellen Aufwand verbunden ist?

Die Kinderfreunde Oberösterreich sehen hier eine falsche Schwerpunktsetzung. „Für uns ist klar, dass sich Kinder im Alltag mehr bewegen müssen. Eine jahrelange Forderung von uns ist etwa die verpflichtende tägliche Turnstunde. Dazu braucht es mehr Ressourcen für die Schulen, um dies umzusetzen.“, sagt Roland Schwandner, Vorsitzender der Kinderfreunde OÖ.

Förderung von Schwimmkursen

Ein Sport, der mit wesentlich geringerem Budget möglich ist und sogar Leben retten kann, ist Schwimmen. „Studien zeigen, dass immer mehr Kinder nicht ausreichend schwimmen können. Für uns wäre es sinnvoller diesen Sport zu fördern, etwa in Form von verpflichtenden Schwimmeinheiten in der Schule. Gerade Schwimmen ist für Kinder wichtig, um kritische Situationen bei Gewässern zu vermeiden und ihre Sicherheit zu erhöhen“, sagt Schwandner.
In diesem Zusammenhang kritisieren die Kinderfreunde die aktuellen Pläne des Landes Oberösterreich hinsichtlich der Schließung der Freibäder quer durch das ganze Bundesland. „Freibäder sind insbesondere für Kinder und Jugendliche wichtig. Dort treffen sie sich regelmäßig und pflegen ihre sozialen Kontakte. Gerade darum geht es doch auch den Befürwortern der Wintersportwoche“, sagt Schwandner.

Skiliftgesellschaft auf Spendenliste

Fraglich sind etwaige andere Motivationsgründe für die verpflichtenden Skikurse der türkis/grünen Bundesregierung - oder ist es nur Zufall, dass auch Skiliftgesellschaften auf der transparenten Spendenliste der Österreichischen Volkspartei stehen? „Im Bildungsbereich gibt es allgemein noch viele Baustellen und großen Handlungsbedarf. Es muss darauf geachtet werden, dass die Schwerpunkte richtig gesetzt werden und es dürfen keinesfalls persönliche Interessen von Großspendern im Vordergrund stehen“, sagt Roland Schwandner.

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